Amarok 2 pre-Alpha unter KDE 4

Nachdem am am 11.01.2008 nun endlich das von vielen lang ersehnte KDE 4 released wurde wird der eine oder andere den Musik-Player Amarok als Paket bei Ubuntu vermisst haben.

Das liegt daran, dass KDE 4 und Amarok eigene Release-Zyklen haben. Die neue Amarok Version (2.0) ist noch ein ganzes Stück vom Release entfernt.

Trotzdem möchte der eine oder andere gern einmal sehen oder ausprobieren, was ihn in der neuen Version, die für KDE 4/QT4 geschrieben wird und dabei auch die neuen Frameworks von KDE benutzt, erwartet.

Amarok Hauptfenster

Auch wenn es sich noch um eine pre-Alpha-Version handelt sieht man sofort erste Veränderungen. Um ehrlich zu sein, man hat sogar das Gefühl ein komplett neues Programm vor sich zu haben. Die Bedienung ist viel besser strukturiert und der Zugriff auf Media-Services wie Last.fm oder Shoutcast ist nun Pluginartig organisiert. Alles in allem macht es trotz einiger Fehler, die auf das extrem frühe Entwicklungsstadium zurückzuführen sind einen fantastischen ersten Eindruck.

Amarok Config klein

Bisher sind noch keinerlei Pakete für Ubuntu oder Debian verfügbar. Aus diesem Grund kommt man nicht daran vorbei Amarok selbst zu kompilieren.

Hier eine kurze Anleitung wie es bei mir geklappt hat:

Voraussetzungen

Die erste Voraussetzung ist natürlich erst einmal ein funktionierender Compiler (gcc, g++) ;-)
Für KDE und auch Amarok wird inzwischen cmake als make-Tool benutzt.

sudo apt-get install cmake

Außerdem muss Subversion installiert sein um die Sourcen auschecken zu können:

sudo apt-get install subversion

Da für die Installation natürlich auch KDE 4 erforderlich ist sollte man sich folgende Anleitung und auch die folgende bei „/home/zero“ zu Gemüte führen.

Da wir natürlich auch die Developer-Pakete benötigen müssen auch diese installiert werden.

sudo apt-get install kde4.*-dev
sudo apt-get install libtag1-dev ruby1.8-dev libxine-dev

installiert dann den Rest der benötigten Pakete.

Einige optionale Pakete sind dann noch:

libifp – falls man einen iRiver benutzt.
libmp4v2 – für mp4 Support
den helix player für RealAudio Unterstützung
libmtp – für Microsoft MTP Unterstützung

Nun müssen noch einige Umgebungsvariablen gesetzt werden:
Bei meinem Standard Ubuntu System sieht das folgendermaßen aus, kann u.U. bei anderen System differieren:

export QTDIR=/usr/share/qt4
export KDEDIR=/usr
export KDEDIRS=$KDEDIR
export DBUSDIR=/usr
export PKG_CONFIG_PATH=$DBUSDIR/lib/pkgconfig:$PKG_CONFIG_PATH
export PATH=$QTDIR/bin:$KDEDIR/bin:$PATH
export LD_LIBRARY_PATH=$QTDIR/lib:$KDEDIR/lib:$LD_LIBRARY_PATH
eval `PATH=$DBUSDIR/bin $DBUSDIR/bin/dbus-launch --auto-syntax`

Amarok 2 Build

Die Quellen werden nun ein Verzeichnis der Wahl ausgecheckt:

cd /usr/src/
svn co svn://anonsvn.kde.org/home/kde/trunk/extragear/multimedia/amarok
cd amarok
mkdir amarok-build
cd amarok-build
cmake -DCMAKE_INSTALL_PREFIX=$KDEDIR ../../amarok
make
sudo make install

Da Amarok unter dem „/usr“ Prefix installiert wurde, (dort muss es sein, sonst funktioniert es nicht) sollte man alte Amarok-Pakete zuerst entfernen, da diese sonst gnadenlos überschrieben werden.

Das war auch schon alles. Nun sollte man Amarok direkt starten können.

Viel Spass beim ausprobieren!

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